16. Citroën World Meeting in Arnheim (NL)
9. August 2016
Ford GT-Supersportwagen: Verlängerung der Produktion um weitere zwei Jahre
22. August 2016

Tesla Roadster Sport SE front wheel

Tesla Roadster Sport SE: Vollblüter unter Strom

(Mai 2010) Der Tesla „Roadster Sport Signature Edition“ ist ein waschechtes Rennpferd unter den Elektroautos – 3,7 Sekunden auf Tempo 100 sind eine klare Ansage.

Automobile mit Batterieantrieb sind zu träge, zu schwer und bleiben nach 150 Kilometern mit leerem Akku stehen. Seit Jahrzehnten rezitiert die Automobilindustrie dies wie ein Mantra. Irgendwann hätte es fast jeder geglaubt. Aber: Seit zwei Jahren produziert die Firma Tesla aus Kalifornien den zweisitzigen „Roadster“ und stellt die Anti-Batterie-Thesen auf den Kopf. Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 in weniger als vier Sekunden, 200 km/h Spitze und dies auf Basis des bewährten Lotus Elise. Dieser agile Sportflitzer aus Aluminium-Chassis und Kohlefaser-Karosserie pumpt uns seit 1995 mit nur halb so vielen Benzin-PS reichlich Adrenalin in die Adern.
Der nur 1,12 Meter hohe Flitzer mit dem abnehmbaren Verdeck, Heckantrieb und einem 375 Volt-Elektromotor verlangt beim Ein- und Aussteigen schon etwas Gelenkigkeit. Er ist ein Sportwagen und will es auch nicht verheimlichen. Außer vor der roten Ampel: Wo normale Sportwagen wummernd im Standgas laufen und saufen, ist der Tesla mucksmäuschenstill – fast. Man hört nur ein flüsterleises Summen der Batteriekühlung im Heck. Die 450 Kilogramm schwere, gepanzerte Lithium-Ionen-Batterie möchte stets gut gekühlt sein, denn über 40 ° Celsius verliert sie mit zunehmender Temperatur an Leistung. Ihre Lebenserwartung gibt Tesla mit 160.000 Kilometer bzw. sieben Jahren an. Ein elektronisches Power-Management kümmert sich um die Leistungs- und Temperaturregelung und schützt die 53 kWh-Batterie bei Kurzschlüssen.

Für den Fahrer gibt es kein Getriebe, der Elektromotor mit 292 PS und 400 Nm Drehmoment zieht von Drehzahl Null bis Tempo 200 konstant vorwärts. Vor Antritt der Fahrt wählt man lediglich, ob es vorwärts oder rückwärts weiter gehen soll – das war´s. Das Gaspedal – Strompedal wäre vielleicht angebrachter – lässt sich leicht dosieren und der Roadster schnurrt nur mit den Abrollgeräuschen der Reifen aus dem Stand los. Ungewohnt und beeindruckend. Die Bremsen bieten einen exakten Druckpunkt und kurze Bremswege. Die Lenkung erinnert unweigerlich an ein Kart: Direkt, zielgenau und schwergängig. Eine Servounterstützung sucht man hier vergeblich. In der Autobahnauffahrt ein beherzter Tritt aufs Pedal und der Roadster zieht ohne Unterbrechung in rund 23 Sekunden bis zur abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von Tempo 200.
Das Aufladen des Akkus ist, abhängig von der Fahrweise, nach 220 bis 350 Kilometern fällig. Je nach Stromanschluß dauert dies zwischen 16 Stunden (220 Volt-Steckdose) oder auch nur 3,5 Stunden (380 Volt / 60 Ampere-Ladegerät). Tesla gibt auf die Technik drei Jahre Garantie bzw. 60.000 Kilometer. Für 4.580 Euro gibt es eine Anschlussgarantie für weitere drei Jahre plus 60.000 Kilometer. Nach 160.000 Kilometern wird für 10.950 Euro eine neue Batterie erforderlich. Um das Recycling kümmert sich Tesla.
Der Tesla Roadster macht mit seinem bärenstarken, abgasfreien Antrieb richtig Spaß, das Fahrwerk verkraftet die Leistung spielend und bringt sie sportlich-souverän auf die Straße. Die Verarbeitung mit viel leichter Kohlefaser ist passgenau, nichts quietscht oder klappert. Wo ist der Haken an diesem Vollblut-Sportler? Für viele Mitmenschen ist dies sicherlich der Preis: Der hier gefahrene Tesla Roadster Sport Signature Edition kostete im Jahr 2010 rund 130.000 Euro . Infos unter: www.teslamotors.com.

 

Es können keine Kommentare abgegeben werden.