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Mitsubishi i-MiEV: Jede Steckdose eine Tankstelle

Mitsubishi, bei uns bekannt für Podiumsplätze bei der Rallye Dakar und für Highpower-Allradler á la Lancer EVO X, startet in Deutschland (2010) den Verkauf des batteriebetriebenen i-MiEV. Bei einem ersten Fahrtermin konnte der nur 3,47 Meter lange Viersitzer zeigen, was er unter der Haube hat.

Der Mitsubishi i-MiEV ist mit 3,47 Meter Länge acht Zentimeter kürzer als ein Fiat 500, bietet aber trotzdem vier Personen Platz. Dass es aufgrund der geringen Länge für die Passagiere nicht wie in einer Sardinenbüchse zugeht, ist sicherlich ein Verdienst des kompakten Antriebs: Der Elektromotor ist inklusive Getriebe nur 48 Zentimeter lang und 65 Kilogramm leicht. Ein moderner Zweizylinder-Benziner (Fiat TwinAir) mit 85 PS und 145 Newtonmetern bringt es ohne(!) Getriebe schon auf 85 Kilogramm und ist zudem auch größer.
Der i-MiEV-Antrieb sitzt direkt zwischen den Hinterrädern und leistet 67 PS. Der Clou ist dabei das hohe Drehmoment von 180 Newtonmeter. Wie es sich für einen Elektromotor gehört, gibt er das maximale Drehmoment von Drehzahl 0 bis hinauf zu 2.000 Umdrehungen ab. Damit lässt sich der 1.110 Kilogramm schwere Viertürer in gestoppten 15,0 Sekunden ruckfrei auf Tempo 100 beschleunigen. Die Schaltkulisse im Innenraum offeriert die Wahl zwischen Parken, Neutral, Rückwärtsfahren und den drei Vorwärts-Fahrstufen D, B und C. D, B und C unterschieden sich durch ihr jeweiliges Bremsmoment, beim Gas wegnehmen. Ein höheres Bremsmoment nutzt der Motor zu höherer Energierückgewinnung und somit zur Rückspeisung (Rekuperation) der Fahrbatterie. Wen das beim Fahren stört, kann eine schwächere Rückspeisung wählen.

Der Start und das Fahren sind im i-MiEV denkbar einfach. Wie gewohnt den Zündschlüssel im Zündschloß drehen und die gewünschte Fahrstufe auswählen. Per Gaspedal wird wie bei einem herkömmlichen Automatikgetriebe das Tempo geregelt. Ein zentrales Anzeigeinstrument über dem digitalen Tachometer gibt Aufschluss über den abgerufenen Energieeinsatz. Wer sich im ECO-Bereich bewegt, kommt weiter.
Der kleine Stromer lässt sich überraschend leicht fahren und bietet für diese Fahrzeuggröße eine guten Abroll- und Federungskomfort. Die Motorgeräusche und –vibrationen halten sich sehr zurück.
Die Innen-Ausstattung bietet klassenübliches Niveau, die Lenkung geht angenehm leicht und begeistert mit einem Wendekreis von nur 9,0 Metern! Das gibt viele Pluspunkte in der Stadt. Mit vier Türen fällt auch den hinteren Passagieren der Einstieg leicht. An Bord sind ein komplettes Sicherheitspaket mit sechs Airbags, ABS, ESP und Gurten auf allen Plätzen. Alufelgen, Klimaanlage und Sitzheizung sind ebenfalls inklusive.

Die Reichweite einer Akkuladung gibt Mitsubishi nach europäischem Standard mit 150 Kilometern an. Bei sehr kalten Außentemperaturen (elektrische Heizung) oder Hitze (Klimaanlage) kann sich dieser Wert um ein paar dutzend Kilometer verkürzen. Hohe Geschwindigkeiten über Tempo 100 – Höchstgeschwindigkeit 130 km/h – saugen ebenfalls schneller den Akku leer. Dieser sitzt übrigens geschützt im Fahrzeugboden und sorgt so nebenbei für einen tiefen Schwerpunkt und eine optimale Straßenlage. Das Fahrzeug hat zwei getrennte Batteriesysteme: Die Lithium-Ionen-Fahrbatterie mit 330 Volt und eine herkömmliche 12 Volt-Batterie für die elektrischen Funktionen (Fensterheber, Scheibenwischer, Licht, Aktivierung der Fahrbatterie, etc.). Die 12 Volt-Batterie wird durch die Fahrbatterie gespeist.

Die Ladezeiten der Fahrbatterie variieren je nach Stromanschluss. Wer an einer normalen Haushaltssteckdose mit 16 A Sicherung lädt, braucht für eine komplette Aufladung des leeren Akkus auf 100 Prozent sechs Stunden. Das funktioniert problemlos während eines 9-to-5-Jobs oder über Nacht. Wer eine Schnell-Ladestation sein eigen nennt – Preis rund 17.000 Euro – kann innerhalb von nur 30 Minuten den Akku auf 80 Prozent aufladen! Die Schnell-Ladestation wird sich für den einzelnen Privatverbraucher kaum rentieren, für i-MiEV-Fuhrparks oder zusammen geschlossene i-MiEV-Besitzergruppen kann dies wirtschaftlich sein.
Die Japaner scheinen ihrer Technik guten Gewissens zu vertrauen: Neben einer Garantie von drei Jahren (bzw. 100.000 km) auf das Fahrzeug gibt Mitsubishi auf die Batterie und die wichtigsten Elektrokomponenten wie Inverter und Motor eine Garantie von fünf Jahren (bzw. 100.000 km). Der Verkaufspreis liegt bei 34.390 Euro.

Der i-MieEVgefällt durch einfache Bedienung, guten Fahrkomfort, ausreichendes Raumangebot und solide Auflade-Steckverbindungen. Dank der Ladezeiten von sechs Stunden lässt sich das Fahrzeug während der normalen Arbeitszeit aufladen. Wenn zudem das Fahrzeug mit regenerativer Energie aus Wind-, Wasser- oder Sonnenenergie geladen wird, fährt der kleine Japaner CO2 neutral.
©: autofilme

Technische Daten Mitsubishi i-MiEV (MY 2010):

Motor: permanent magnetisierter Synchronmotor
Einbauort: Heckmotor
Antrieb: Heckantrieb
Leistung: 49 kW bei 2.500 bis 8.000 U/min
Drehmoment: 180 Nm bei 0 bis 2.000 U/min

Batterie: Lithium-Ionen
Einbauort: Fahrzeugboden
Batterieaufbau: 88 Zellen zu je 3,7 V / 50 Ah = 16 kWh Kapazität
Betriebsspannung: 330 V

Abmessungen
Länge/Breite/Höhe in mm: 3.475/1.475/1.610
Radstand in mm: 2.550
Leergewicht: in kg: 1.100
Sitzplätze: vier
Laderaumvolumen nach VDA: 227 bis 860 Liter
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h
0 auf 100 km/h (Werksangabe): 15,9 s
0 auf 100 km/h gemessen: 15,0 s (bei Außentemperatur: +4°C)

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