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Mitsubishi Outlander 2.2 DI-D 4WD TOP

Test Mitsubishi Outlander 2.2 DI-D 4WD:


Mit Kind und Kegel durch Dick und Dünn

Bereits 2001 debütierte der erste Mitsubishi Outlander, allerdings unter dem Namen Airtrek auf dem japanischen Markt. Mittlerweile ist der SUV in der 3. Generation und erhielt jetzt sein aktuelles Facelift für 2017. Mit dem 2.2-Liter-Turbodiesel musste der Siebensitzer seine Qualitäten im Test unter Beweis stellen.

Mitsubishi stellt den Outlander-Kunden in Deutschland einen Dieselmotor, einen Benziner oder den Plug-In-Hybrid zur Auswahl. Die Motorisierung mit dem 2.2-Liter Diesel und einem 6-Gang-Automatikgetriebe ist in der Ausstattung PLUS ab 33.490 Euro erhältlich. Das hier gefahrene Fahrzeug verfügt über die gehobene TOP-Ausstattung und kostet 39.690 Euro. Hier gibt es dann die sehr hell leuchtenden LED-Scheinwerfer, große 18-Zoll-Bereifung sowie ein Fahrassistent-Paket mit Tempomat inklusive Auffahrwarnsystem und Spurhalteassistent. Hinzu kommen ein elektrisches Glas-Hub-/Schiebedach, eine elektrisch öffnende Heckklappe, Heckkamera, Bluetooth-Audioschnittstelle mit Freisprecheinrichtung sowie Navigationssystem mit 17,5 Zentimeter Farbmonitor und eine 710 Watt starke Audioanlage von Rockford Fosgate.

Soweit zur Ausstattung. Der Einstieg ist durch die weit öffnenden Türen und den hohen Hüftpunkt der fünf Sitzplätze einfach und komfortabel. Die dritte Sitzreihe mit den Plätzen sechs und sieben verlangt allerdings schon leicht sportliche Einlagen, um auf den Sitzen zu landen – und diese am Fahrtende wieder zu verlassen. Die Schwiegermutter kommt besser auf den Beifahrersitz. Die Kinder nach hinten. Das Raumangebot auf den fünf vorderen Sitzen ist auch für großgewachsene Mitfahrer gut, die hinteren Plätze in der dritten Sitzreihe, wie erwähnt, eher für Menschen unter 1,60 Meter. Die hohe Karosserie des SUV bietet reichlich Laderaum. Wer die beiden letzten Plätze nicht benötigt, kann die mittlere Sitzreihe für noch mehr Beinfreiheit bis zu 25 Zentimeter nach hinten schieben. Mit nur 4,69 Meter Länge schluckt der Mitsubishi bis zu 1.613 Liter Ladevolumen. Zum Vergleich: Ein 13 Zentimeter längerer Volvo V70 lädt maximal 1.600 Liter.

Der Outlander kombiniert eine hohe Durchzugskraft ab 1.500 Umdrehungen mit seiner unauffällig schaltenden Sechsgang-Automatik zu einem kraftvollen SUV. Der Vierzylinder wird erst ab Drehzahlen von mehr als 3.500 Umdrehungen etwas brummig, aber keinesfalls lästig. Das Getriebe arbeitet unter allen Lastzuständen – von sanftem Beschleunigen bis Vollgas – so gut wie unterbrechungsfrei in der Zugkraft, hält die Drehzahl meistens unter 2.000 Umdrehungen und bietet so jederzeit guten Fahrkomfort. Den Standardsprint auf 100 km/h erledigt der Allradler in 11,6 Sekunden. Die erlaubte Anhängelast liegt mit gebremstem Anhänger bei 2.000 Kilogramm, womit der Outlander auch einen leichten Pferdeanhänger mit zwei Pferden ziehen kann.

Die Kombination 55er-Niederquerschnittreifen (oder noch flacher) mit einem Geländewagen-Fahrwerk halte ich persönlich für suboptimal. Die soliden Allradler-Achsen mit je einer Antriebswelle sind bewusst auf Haltbarkeit und Nehmerqualitäten getrimmt – und sollen mit flachen Niederquerschnittreifen, die ohnehin sehr wenig Eigendämpfung bieten, einen akzeptablen Komfort liefern. Sicherlich ist der Abrollkomfort mit den hier montierten 225/55 R18 noch akzeptabel. Geradeauslauf und Kurvenpräzision sind für ein Fahrzeug dieser Klasse ebenfalls gut. Wer die kleinere Motorisierung des Outlanders mit dem Benzinmotor wählt, kann aber auch zu den 16-Zöllern greifen. Wir haben einen Outlander mit der 16-Zoll-Bereifung als spürbar komfortabler erlebt. Aber das ist letztendlich auch immer Geschmacksache.

Fazit: Großes Allrad-Auto mit sieben Plätzen zum überschaubaren Einstiegspreis. Seine Qualitäten machen den Outlander zum Familienkombi der besonderen Art. Der Verbrauch liegt mit 8,8 Liter auf 100 Kilometer recht hoch, lässt sich aber mit Griff zum ebenfalls lieferbaren 6-Gang-Handschaltgetriebe erfahrungsgemäß um etwa einen halben Liter senken – vergleichbare Fahrweise vorausgesetzt. Der Handschalter steht ab 31.490 Euro in der Preisliste.

©Text und Fotos: autofilme.

 

Mitsubishi Outlander 2.2 DI 4WD Automatik TOP (-Ausstattung)

Karosserieform: SUV, Viertürer
Sitze: 7 in 3 Reihen
Länge: 4.695 mm
Breite: 1.810 mm
Höhe: 1.680 mm
Radstand: 2.670 mm
Leergewicht: 1.685 kg
Gesamtgewicht: 2.290 kg
Zuladung: 605 kg
Kofferraum-Volumen (VDA): 141 Liter / 1.613 Liter
Anhängelast gebr./ungebr.:  2.000 kg / 750 kg
Stützlast: 100 kg
Dachlast: 80 kg
Motor: Diesel
Hubraum: 2.268 ccm
Maximale Leistung: 110 kW (150 PS) bei 3.500 U/min
Maximales Drehmoment: 360 Nm bei 1.750 – 2.750 U/min
Antrieb: Permanenter Allradantrieb mit elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung
Getriebe: 6-Gang-Automatik mit Lenkrad-Schaltwippen
Abgasnorm: EU6
EU-Verbrauch kombiniert: 5,8 Liter Diesel auf 100 km
CO2 nach EU-Verbrauch: 154 g/km
Testverbrauch: 8,8 Liter Diesel auf 100 km
CO2 nach Testverbrauch: 233 g/km
Tankinhalt: 60 Liter
Reichweite bei Testverbrauch: 681 km

Höchstgeschwindigkeit (Werksangabe): 190 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h (Werksangabe): 11,6 s

 

Sitzbreite vorne : 490 mm
Sitztiefe vorne: 490 mm
Lehnenbreite vorn: 500 mm
Lehnenhöhe vorn: 620 mm
Kopffreiheit vorne: 1.000 mm
Pedalabstand: max. 1.080 mm / min. 900 mm
Innenbreite vorne: 1.480 mm
Sitzbreite hinten: 1.260 mm
Sitztiefe hinten: 465 mm
Lehnenbreite hinten: 1.220 mm
Lehnenhöhe hinten: 600 mm
Kopffreiheit hinten: 950 mm
Beinfreiheit hinten: min. 230 mm / max. 450 mm
Innenbreite hinten: 1.470 mm
Lenkrad Durchmesser: 365 mm
Sitze in 2. Sitzreihe getrennt vorschiebbar um 250 mm; Lehnen zudem umklappbar: 2/3 und 1/3
Laderaumlänge: bis 3. Sitzreihe: 440 mm; bis zweite Sitzreihe 1.070 mm / vorgeschoben 1.300 mm; bis vordere Sitze: 1.680 mm
Laderaumbreite: zwischen Radkästen: 1.020 mm; max: 1.190 mm
Laderaumhöhe: 860 mm; Ladeluke: 810 mm
Ladekante unbeladen: 710 mm
Zurrösen: ja
Bereifung: Bridgestone Blizzak LM-80 EVO; 225/55 R18 98V; DOT 3616
Luftdruck bis 160 km/h: 2.4 bar vorne + hinten; über 160 km/h: 2.6 bar vorne + hinten
Was uns nicht gefiel:
# Glasdach-Abdeckung rastet in Stellung „offen“ nicht ein. Bei starkem Bremsen rutscht sie nach vorn.
# Herausnehmbare Abdeckung in Mittelarmlehne klapperig.
# Tankdeckel-Blech mit scharfkantiger Innenseite.

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