Essen Motor Show 2016_Das Wichtigste!
30. November 2016
BMW testet 2017 autonomes Fahren in München
6. Dezember 2016

Ford Focus RS, MY2017

Fahrbericht Ford Focus RS

2010 beglückte Ford mit dem Focus RS500 alle Freunde der besonders flotten Fahrweise. Frontantrieb und 350 Turbo-PS sorgten für eine garantiert kurzweilige Art der Fortbewegung. Für besseren  Vortrieb unter allen Grip-Bedingungen spendierten die Ford-Techniker jetzt dem neuen Focus RS einen Allrad-Antrieb, der dank DTVC (Dynamic Torque Vectoring Control) noch effektiver in die Kurve lenken und Untersteuer-Tendenzen minimieren soll: So steht es in der RS-Broschüre. Wir haben das Sportgerät ausprobiert.

Graue Wolken, Dauerregen, 11 °C. Seit Stunden. Optimale Bedingungen, um dem neuen Focus RS auf den Zahn zu fühlen. Wie schon beim Vorgänger-Modell erwarten exzellent geformte  Recaro-Sportsitze Fahrer und Beifahrer. Der Seitenhalt an Lehne und Sitzfläche könnte nicht besser sein. Dafür gemacht, um auch bei hohen Kurvengeschwindigkeiten entspannt und flink am (Lenk-) Rad zu drehen. Gestartet wird per Startknopf, aus der Doppelauspuffanlage ertönt dazu ein dezentes Grummeln. Im Maschinenraum kein alter Bekannter: Der Fünfzylinder-Turbo hat das Feld geräumt und einem 2.3-Liter-EcoBoost-Vierzylinder Platz gemacht.

Erster Gang des Sechsgang-Getriebes nach vorne links – und los gehts. Litten die Vorderräder des alten RS bei üppigen Leistungswellen oft unter Burn-out-Syndrom, stoppt die Kraftverteilung auf doppelt so viele Räder jetzt den Reifenverschleiß. Obwohl die Straße nass ist stürmt der Focus los, als gäbe es kein Morgen. Das Sechsgang-Getriebe schaltet sich exakt und leichtgängig, die Gangwechsel gelingen schnell und flüssig. Bei Bedarf und entsprechend freiem Tempolimit gelingt der Sprint auf 100 in 4,7 Sekunden. Sagt zumindest die RS-Broschüre – die nasse Straße dürfte einige Zehntel extra kosten. Selbst grobschlächtige Gaspedalbefehle – unter denen Vorderrad- beziehungsweise Hinterrad-Antriebe ihre Gummis durchdrehen lassen – setzt der Allradler trotz regennasser Straße in massiven Vortrieb um. Die montierten Michelin Pilot Super Sport bauen dabei so viel Grip in Quer- und Längsbeschleunigung auf, dass man dankbar für die Recaro-Sitze ist.

Gutmütiges Kurvenverhalten im Grenzbereich mit spät einsetzendem ESP – genug Spielraum für Könner, die Grenzbereiche des vierfach einstellbaren ESP-Systems auszureizen. Normal, Sport, Rennstrecke und Drift. Zudem gibt es eine Launch-Control, wenn ein optimaler Start gefragt ist. Wer später bremst, ist bekanntlich länger schnell. Auch hier lässt sich Ford nicht lumpen und spendiert italienische Markenware: Brembo-Stopper mit 350-Millimeter-Scheiben an der Vorderachse, kombiniert mit einem harten Druckpunkt am Pedal.

Ansonsten bietet der Focus RS Großserienambiente ohne Schnörkel. Die Kupplung geht etwas schwergängiger als beim Eco-Modell mit 60 PS, aber alle Schalter und Bedienhebel liegen ergonomisch korrekt an ihren Plätzen.

Fazit: Alles richtig gemacht. Der Sprung vom Focus RS500 aus dem Jahre 2010 zum neuen Focus RS ist gewaltig. Der Neue lässt sich dank sportlich-intelligentem Allrad-Antrieb auch auf rutschigem Terrain schneller und sicherer bewegen – und verbreitet dabei eine gehörige Portion Fahrspaß. Die sportliche Fahrwerksabstimmung verlangt selbstredend Abstriche beim Fahrkomfort. Fehlt eigentlich nur noch ein Doppelkupplungsgetriebe.

 

Technische Daten Ford Focus RS:
Leistung: 350 PS
Drehmoment: 450 Nm; kurzfristig 470 Nm im Overboost
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
Räder Serie: 8J x 19 Zoll, 20-Speichen; Aluminium-Guss,
Räder optional: 8J x 19 Zoll; 5×2-Speichen; Aluminium geschmiedet; Aufpreis: 1.000,- Euro
Bereifung: Michelin Pilot Super Sport; 235/35 ZR 19 91Y; DOT 4115
EG-Verbrauch kombiniert: 7,7 l/100 km; Super Plus
CO2-Emission: 175 g/km
0 auf 100 km/h: 4,7 Sekunden
Durchzug 50 auf 100 km/h: 4,1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 268 km/h
Beleuchtung: Xenon-Scheinwerfer, LED-Tagfahrlicht
Garantie: 2 Jahre Ford Neuwagengarantie inkl. Mobilitätsgarantie; 12 Jahre gegen Durchrostung
Preis: 40.000,- Euro

© Text und Fotos: autofilme.

Es können keine Kommentare abgegeben werden.